Zurück zur Übersicht 15.06.2026
Die Technikerschule für Kunststoff- und Kautschuktechnik in Gelnhausen feiert ihr 35-jähriges Bestehen – und richtet den Blick trotz schwieriger Rahmenbedingungen konsequent nach vorne. Trotz Umbrüchen in der Branche setzt die Schule auf Innovation, starke Netzwerke und moderne Ausbildung, um weiterhin gefragte Fachkräfte für die Region hervorzubringen.
Seit 35 Jahren verfügt die Berufliche Schule Gelnhausen über die Technikerschule im Bereich Kunststoff- und Kautschuktechnik. Auch in Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt das Ziel klar: Schule, Industrie und Förderverein wollen weiterhin engagiert daran arbeiten, qualifizierte Fachkräfte auszubilden und den Wandel der Branche aktiv mitzugestalten.
In der Region Main-Kinzig sind zahlreiche kunststoff- und kautschukverarbeitende Unternehmen angesiedelt, viele davon als Zulieferer der Automobilindustrie. Schon Ende der 1980er Jahre wurde deutlich, dass neben der dualen Ausbildung zusätzliche Qualifizierungsangebote benötigt werden. Im Schuljahr 1990/91 startete schließlich der erste Jahrgang der Technikerschule.
Der damalige Abteilungsleiter Jürgen Hammerich legte mit der Gründung den Grundstein für eine Entwicklung, die bis heute als Erfolgsgeschichte gilt. Viele Absolventen fanden direkt nach ihrem Abschluss verantwortungsvolle Positionen in Unternehmen der Region. Kontinuität prägte die Einrichtung von Beginn an – zunächst unter Achim Wamser, heute unter dessen Nachfolger, Arnold Flach.
Während der Jubiläumsveranstaltung betonte Bildungsdezernent Jannik Marquart die Bedeutung der Schule für die Region:
„Unsere Region braucht Fachkräfte.“ Gleichzeitig verwies er auf den geplanten Azubi-Campus des Kreises, der den Bereich Ausbildung künftig weiter stärken soll.
Auch Rainer Flach, Leiter der Beruflichen Schulen Gelnhausen, bezeichnete die Technikerschule als „eine Erfolgsgeschichte, die auch vonseiten der Beruflichen Schulen und des Fördervereins getragen wurde“.
Ein zentraler Erfolgsfaktor der Schule ist das enge Netzwerk zwischen Bildungseinrichtung, Förderverein und Industrie. Der Förderverein unterstützt die Technikerschule seit vielen Jahren gemeinsam mit großen Unternehmen der Kunststoff- und Kautschukbranche.
Der Vorsitzende des Fördervereins, Uwe Hehl, machte bei der Feier deutlich, dass moderne Ausbildung starke Partner brauche:
„Es bringt nichts, wenn die Ausbildung mit veralteten Methoden und Technik angeboten wird.“
Durch diese Unterstützung konnte die Schule kontinuierlich modernisiert werden. Das Technikum verfügt heute über zeitgemäße Maschinen und praxisnahe Lernbedingungen. Dadurch erhalten die Studierenden eine Ausbildung, die sich eng an den Anforderungen der Industrie orientiert.
Im Mittelpunkt der Jubiläumsfeier standen auch die aktuellen Herausforderungen der Kunststoffindustrie. Normen Kegler, Leiter des Referats Referat 9, Wirtschaft, Arbeit und digitale Infrastruktur, des Main-Kinzig-Kreises sprach über die Chancen und Veränderungen innerhalb der Branche. Netzwerke seien heute wichtiger denn je, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Gleichzeitig verändern Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt nachhaltig. Während klassische Berufsbilder im Wandel sind, entstehen gleichzeitig neue Chancen durch Innovation und moderne Technologien.
Besonders hervorgehoben wurde dabei das Thema Nachhaltigkeit. Die ehemaligen Techniker Nicolai Weppert vom SKZ in Würzburg und Yannik Hohenfeld von der Technischen Hochschule in Würzburg stellten ein Projekt vor, das sich mit der Entwicklung papierbasierter Alternativen zu Einweg-Kunststoffteilen beschäftigt. Ziel sei es, Kunststoff dort zu ersetzen, wo er nicht zwingend erforderlich ist.
Die Jubiläumsveranstaltung wurde zugleich als Treffen ehemaliger Schüler, Lehrer und Unterstützer genutzt. Zahlreiche Absolventen nutzten die Gelegenheit zum Austausch und blickten gemeinsam auf 35 Jahre Technikerschule in Gelnhausen zurück. Im Anschluss an den offiziellen Festakt wurde das Jubiläum in geselliger Atmosphäre als Ehemaligenfeier fortgesetzt. Zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Wegbegleiter und Vertreter der Unternehmen nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum Wiedersehen nach vielen Jahren. Wie bereits bei früheren Ehemaigenveranstaltungen der Technikerschule stand dabei besonders das Netzwerken zwischen ehemaligen Absolventen und aktuellen Studierenden im Mittelpunkt. Bei kühlen Getränken und Spanferkel vom Grill wurde bis in den Abend hinein über gemeinsame Erinnerungen, berufliche Entwicklungen und die Zukunft der Kunststoff- und Kautschukbranche gesprochen. Die lockere Atmosphäre unterstrich einmal mehr den engen Zusammenhalt innerhalb des Netzwerks der Technikerschule Gelnhausen und zeigte, wie stark die Verbindung vieler ehemaliger Absolventen mit ihrer Schule bis heute geblieben ist.